Das Billex-Haus
Das Billex-Haus ist nach Hans Billex benannt, dem Besitzer des Hauses zu Beginn des 17. Jahrhunderts, der das Haus 1615 wieder aufbauen (oder remania) ließ, wie die in den Türsturz eingravierte Inschrift besagt. Das Billex-Haus kann als eines der letzten großen Häuser angesehen werden, die in Sélestat im Stil der Renaissance gebaut wurden. Der Türrahmen ist mit seinen kannelierten Pilastern, Kapitellen, Ovenverzierungen und dem gebrochenen Giebel charakteristisch. Auch der Erker an der Fassade ist sehenswert. Eine Erwähnung auf dem Erker verweist auf die Durchreise von Ludwig XIV.
Ludwig XIV. in Sélestat
Ein großer Teil des Elsass wird durch die Westfälischen Verträge 1648 französisch. Straßburg ergab sich jedoch erst 1681, am 30. September, Ludwig XIV. Das gesamte Elsass gehörte fortan zu Frankreich, abgesehen von der Stadt Mulhouse, die 1798 beschloss, sich der Französischen Republik anzuschließen.
Am 13. Oktober 1681 kam Ludwig XIV. nach Sélestat, um den Magistrat von Straßburg zu treffen, der gekommen war, um seine Unterwerfung zu erklären. Der Historiker A. Dorlan schreibt dazu Folgendes. Dorlan über dieses Ereignis: “Der König kam am 13. Oktober durch das Tal von Sainte-Marie-aux-Mines in Sélestat an. Er wurde begleitet von der Königin, dem Groß-Dauphin und seiner Frau, dem Herzog und der Herzogin von Orléans, dem Prinzen von Conti und einem großen Gefolge, das mit Mühe in 400 Kutschen und eine unzählige Anzahl von Handpferden und Maultieren passte. [...] Nachdem er die Stadt zwischen einer doppelten Hecke von Soldaten durchquert hatte, die mit Mühe eine riesige Menge an Menschen, die aus der ganzen Umgebung herbeigeeilt waren, zurückhielt, stieg er im Hotel Sainct-Lo ab. Dieses Hotel bestand aus dem alten Haus in Klein-Giessen, das in den ersten Jahren der französischen Besatzung von einem Kriegskommissar namens Jean Sainct-Lô erworben worden war.[...] Es war, so könnte man sagen, das modernste Haus in Sélestat und damit auch das am besten beherbergbare. Louvois war 1679 dort abgestiegen, als er den Grundstein für das Straßburger Tor legte und als geschickter Hehler dem König die Vorteile des Tors anpries”.
Ludwig XIV. verbringt die Nacht im Billex-Haus. Am nächsten Tag traf er dort den Magistrat von Straßburg, besuchte das Jesuitenkloster und nahm an der Messe in St.Fiedes teil. Am Nachmittag inspizierte er in Begleitung von Louvois die Befestigungsarbeiten der Stadt.
Das Privat Hotel St.Lô
Man kann nicht über das Billex-Haus sprechen, ohne seinen Nachbarn, das Privat Hotel St.-Lô, zu erwähnen. Das Privat Hotel St.-Lô aus dem Jahr 1574 hat eine Vorderfront mit drei großen Arkaden, die einen Balkon mit schmiedeeisernem Geländer stützen.
Jahrhunderts mehrere charakteristische Umbauten im Stil der elsässischen Renaissance, als es 1649 von Jean Saint Lô gekauft wurde, der damals als Kriegskommissar in Sélestat stationiert war. Letzterer kaufte im selben Jahr das Haus Billex. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Treppentürmchen errichtet, das das Haus Billex und das Privat Hotel St.-Lô miteinander verband und so die Verbindung zwischen den beiden Gebäuden sicherstellte. An der für die Renaissance typischen Wendeltreppe sind zahlreiche Fleckerlmarken zu sehen. Wie in dieser Zeit üblich, folgen die Fenstereinfassungen des Türmchens der Neigung der Treppe.