Gerberkai

Geschichte des Viertels

Einige Häuser aus dem Mittelalter machen den Quai des tanneurs sicherlich zu einem der ältesten Viertel der Stadt. Diese sind charakteristisch für den Beruf des Gerbers. Der Wasserlauf, der den mittleren Teil der Straße einnahm und zum Gerben der Häute diente, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts aus Gründen der Gesundheitsfürsorge zugeschüttet.

In diesem Kanal, der durch das Gerberviertel führte, wuschen die Seiler* ihre Häute vor dem Gerben. Im Jahr 1851 wurde der Graben durch zwei Steinmauern kanalisiert, die so auf beiden Seiten zwei Kais anlegten, die durch mehrere Stege miteinander verbunden waren.

Der Gerberbach ist der Endabschnitt des Châtenois-Kanals (auch Stadtbach genannt), bevor er in die Ill mündet. Auf seinem Weg durch die Stadt variierte sein Name: Schlangbach, Predigerbach und schließlich Gerberbach, was so viel wie Gerbergraben bedeutet. Heute fällt Ihnen auf, dass der Kanal nicht mehr sichtbar ist. Der Kanal wurde 1912 zugeschüttet, um das Viertel sauberer zu machen.
 

Charakteristische Gerberhäuser

Der Gerber übte sein Handwerk in seinem Haus aus. Es ist daher ganz typisch für die mit dem Beruf verbundenen Bedürfnisse. Davon zeugen der schmale, hohe Giebel und das steile Dach, die für Gerberhäuser typisch sind. Denn bevor die Häute zu Leder verarbeitet wurden, mussten sie mehrmals gewaschen, geschabt und in Bädern gegerbt werden. Das oberste Stockwerk war daher absichtlich ziemlich hoch und durch eine Öffnung durchbrochen, um die Häute zum Trocknen aufhängen zu können.

 

Was ist ein Fachwerkhaus?

Ein Fachwerkhaus, das allgemein als Fachwerkhaus bezeichnet wird, besteht aus einem Holzgerüst, das wie ein Steckspiel gestaltet ist.
Die Holzteile passen ineinander und spielen eine strukturierende Rolle für das Haus. Um seine Stabilität zu gewährleisten, sind die Elemente des Holzrahmens nicht willkürlich angeordnet.
Das Gleichgewicht des Ganzen wird durch vertikale Holzteile (Pfosten), horizontale Holzteile (Balken, Verstrebungen, Stürze...) und schräge Aussteifungen (Traufen, Knotenbleche, Entlastungen...) gewährleistet.
Die Füllung des Raums zwischen den Holzstücken, das sogenannte Hourdis, besteht je nach Region und Epoche aus Lehm, Bruchsteinen oder auch Ziegelsteinen.

In Sélestat wie auch in anderen elsässischen Städten werden Fachwerkhäuser auf einem gemauerten Erdgeschoss errichtet, während sie in ländlichen Gegenden auf einem einfachen Dachboden ruhen. Der Bau von Fachwerkhäusern, der im Deutschen und im Elsässischen als Fachwerk bezeichnet wird, wurde einem Fachmann anvertraut, der diese besondere Technik beherrschte, nämlich dem Zimmermann.
Die Markierung der Holzstücke ermöglichte es ihm, die in seiner Werkstatt gefertigten Holzteile an ihrer endgültigen Stelle wieder zusammenzusetzen. Andere Handwerker waren ebenfalls am Bau beteiligt (Maurer, Dachdecker, Ofenbauer, Tischler, Glaser usw.).

In Sélestat kann man diese Fachwerkhäuser sehen, die in drei große Familien eingeteilt werden: 

  • Mittelalter (Ende 13. - 15. Jahrhundert),
  • Rheinische Renaissance (15. - 17. Jahrhundert) und 18.