Komturei St. Johannes

Geschichte der Komturei

Die Komturei St. Johannes wird 1265 in Sélestat gegründet. Die Kapelle wird 1268 von Albert dem Großen gesegnet und dem heiligen Michael geweiht. 1399 kommt die Komturei unter den Schutz der Komturei Straßburg und wird zum Priorat. 1407 wird eine neue Kirche gebaut, die Johannes dem Täufer geweiht ist, wobei die alte Kapelle Saint-Michel als Chor dient. In den folgenden Jahren wird das Anwesen vergrößert. Eine Schule mit Internat wird von den in der Komturei ansässigen Priestern organisiert. Bis 1560 wohnten die Priester in einem um 1410 errichteten Haus, dem sogenannten Ritterhof (3 place du Vieux marché aux vins). Im Jahr 1565 ließ der Straßburger Komtur Jean Holl vom Architekten Michel Sindelin ein neues Gebäude errichten, der jedoch während der Bauarbeiten starb. Das Gebäude wurde 1566 fertiggestellt, trägt aber die Jahreszahl 1565.

 

Architektonische Darstellung der Johanniterkomturei

Von der Gesamtheit der Gebäude, die 1265 vom Orden der Hospitaliers de Saint Jean gegründet wurden, sind nur noch „der Ritterhof“ (das Haus der Mönche - 1410) und das „Haus des Priors“ (1565) erhalten. Das Gebäude des Hauses des Priors markiert eine wichtige Etappe in der Geschichte der Renaissance in Sélestat, da es die Merkmale der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts mit einem deutlichen italienischen Einfluss aufweist. Der 26 x 14 Meter große Komplex wird in der Mitte von einem Türmchen flankiert, das eine Wendeltreppe beherbergt, deren Tür noch im gotischen Stil gehalten ist. Die benachbarte Tür hingegen weist kannelierte Pilaster mit korinthischen Kapitellen und ein Gesims mit Arabeskenfries auf. Der Erker ist in einem antiquierteren Stil gehalten und besteht aus Pilastern mit ionischen Kapitellen und Blattbalustern.

Eckdaten

1265

Niederlassung der Johanniter in Sélestat

1565

Bau des Gebäudes (Haus des Priors)

1931

Eintragung in die Liste der historischen Monumente

(Auf Französisch)