Bau der Kirche
An der Stelle, an der heute die Kirche steht, befand sich im 8. Jahrhundert eine karolingische Taufkapelle, die zu einem von Karl dem Großen errichteten kaiserlichen Komplex gehörte. Dieser besuchte die Taufkapelle zur Weihnachtszeit im Jahr 775.
Der Bau der Kirche begann in den 1220er Jahren und setzte sich in mehreren Etappen bis ins 15. In dieser Zeit wurde der ursprüngliche Chor durch ein viel größeres Sanktuarium ersetzt, das mit zahlreichen Glasfenstern geschmückt war, von denen 55 noch original erhalten sind.
Aufgrund ihrer Größe kann die Pfarrkirche Saint-Georges mit einer Kathedrale verwechselt werden. Dies ist jedoch nicht der Fall, da eine Kathedrale der Sitz eines Bischofs ist, was in Sélestat nie der Fall war.
Der Westturm der Kirche
Anfang des 14. Jahrhunderts wurde mit dem Bau des westlichen Massivs begonnen, das mit dem 1490 fertiggestellten Glockenturm geschmückt ist.
In diesem Turm befinden sich 6 Glocken, von denen die erste, die "le bourdon" genannt wird, unter anderem mit dem Löwen von Sélestat verziert ist.
Mit seiner Höhe von 60 Metern ist der gotische Glockenturm der Kirche Saint-Georges de Sélestat eines der ersten sichtbaren Elemente, wenn man in Sélestat ankommt.
Die Krypta
Die Krypta der St.-Georgs-Kirche war früher ein öffentlicher Durchgang, der an drei Seiten offen war: nach Norden, Süden und Osten. Dieser Durchgang wurde im 15. Jahrhundert beim Bau des neuen Chors angelegt, um zu verhindern, dass der Friedhof, der sich damals um die St.-Georgs-Kirche herum erstreckte, in zwei Teile geteilt wurde. Der neue Chor wurde erhöht und unter ihm wurde von Meister Mathis eine Art gewölbter Durchgang geschaffen. Es handelt sich um eine gewölbte Halle mit vier Kreuzrippen, die auf einen schweren niedrigen Mittelpfeiler zurückfallen.
Die Passage wurde im 19. Jahrhundert mit verglasten Steingewänden verschlossen und in eine Krypta umgewandelt.