Ziegler Haus

Geschichte des Baus

Der Bau des Hauses wurde 1538 abgeschlossen, wie das Datum in deutscher Gotik besagt, und wurde 1545 durch einen Balkonerker verschönert. Der Stadtarchitekt von Sélestat, Stéphane Ziegler, baute das Haus für sich und seine Frau Anna Römer.

 

Der Erker

Die Verzierung des Erkers besteht aus geschnitzten Pilastern mit einem Ornament aus 14 Medaillons, die während der Französischen Revolution verbrannt wurden. In diesen Medaillons befanden sich nicht wie üblich die Profile von Prinzen oder Kaisern, sondern die Profile von Architekten, Künstlern und Gelehrten der griechischen und römischen Antike, die durch eine lateinische Inschrift identifiziert wurden. Dieses ikonografische Programm wurde Ziegler von seinem Freund Beatus Rhenanus zur Verfügung gestellt, der sich wiederum von der Abhandlung des römischen Architekten Vitruv aus dem ersten Jahrhundert v. Chr. inspirieren ließ. Dieser war übrigens auf einem der Medaillons abgebildet. Dieses Dokument wird noch heute in der Humanistischen Bibliothek von Sélestat aufbewahrt.

Eckdaten

1538

Hausbau

1545

Bau des Erkers

1930

Eintragung als historisches Monument